Da ist das Meer - unendlich weit.

Es war schon immer da, und es wird immer bleiben.

Good bye Alltag - Willkommen Abenteuer ! Ich kann das Meer schon riechen.

Es hagelt, und der Wind schleudert mir kalte Tropfen in die Gesicht.

Endlich waren wir frei von sämtlichen Formalitäten, die mit unserer Expedition verbunden waren.

Die Ostsee war rau. Eine Lange Dünung kommt uns entgegen. Die Ostsee empfing uns wenig freundlich.

An der Reede auf dem dunklen Hintergrund des Meeres zeichnen sich die bunten Konturen der Schiffe verschiedener Flaggen, die vor Anker stehen und auch den Einlass in den Hafen warten, ab.

Hinter ihnen bis zum Horizont ist das Meer leer.

Es bläst ein starker Wind, schwere tiefe Schneewolken mit dunkelgrauem Ton bilden eine grenzelose Öde auf dem aufgewühlten Meer. Wieder und wieder taucht der Bug. Ein heftiger, böiger Wind brach die Schaumkronen der hohen Wellen. Jedes mal schießt das Wasser greifernd hoch, und scharfe spitzer zischen über die Deck.

Im Winter ist es schwierig, die Ostsee zu befahren. Die Hände der Brückenwache erstarrten vor Frost, ihre Kleidung war durchnässt und steif gefroren.

Der eisige Wind drang durch Mark und Bein. Die Männer der Brückenwache wechselten sich ständig ab.

Auch die Besatzung in den Abteilungen und an den maschinen versahen gewissenhaft ihren Dienst, obwohl das Schiff heftig schlingerte. Ich spüre ein Jucken am Hals. Aber ich bin eingepackt wie ein Eskimos. Nicht mal richtig kratzen kann man sich.

Trotz dieser eisigen Wintertag auf dem stürmischen Ostsee, trotz nasser Füße und triefender Jacke war ich dennoch überzeugt, dass noch manch freundlicher Hafen auf mich wartete mit heiteren Wiesen und Auen, wo immer währender Frühling herrscht und das Gras nie welkt und üppig steht wie im Hochsommer.

Nun gab es kein Zurück mehr. Mit einem Mal ist Rostock weiter weg als Kiel. So ist das bei der Seefahrt : nur was vor dem Bug liegt, ist wichtig, was hinter dem Heck ist, ist gewesen.

Ganz schnell wird die Langweile in die Abstellkammer gesperrt. Schnell ein Blick in die Runde ! Es ist ja Winter und sehr kalt. Es ist scheußlich draußen ! ruf jener und knallt die Tür zu.

Drin in Schiffs ist nichts mehr von gepflegter Seereiseatmosphäre zu spüren.

Mit der steigenden Entfernung vom Land weichen die Abschieds- und Abfahrtsemotionen den unschönen Gefühlen der Schläfrigkeit, der Trägheit und des Schwindels.

Ich walzte sich in meine Koje, bleich und mit verstörten Gesicht.

Immer mehr blase Gesichter hängen über den Toiletten. Bald hat die Seekrankheit die Mehrheit mit ihrer üblen, hoffnungslosen Last erdrückt. Die Leute haben ihren Mageninhalt zu Toilette entleert.

Ich wandere von der Koje bis zur Kloschüssel entlang der Wand. Wie presst man den letzten Rest heraus? Interessant, wie man sich an das Schaukeln und den Rhythmus des Schiffes gewöhnen kann.

Die erste Nacht.

Die Nacht war dunkel, der Himmel war von schweren, bleigrauen Wolken verhangen.

Die Brückenwache blickte gespannt in das nächtliche Dunkel.

Gegen Mitternacht war ich völlig durchgefroren.

Ich versuche, mich innerlich schwer zu machen, alle Gedanken zu löschen.

Das Ganze schiff zittert, Die Maschinen übertragen ihren Rhythmus.

Die Motoren arbeiten die ganze Tag und Nacht.