Das Schiff schwimmt majestätisch, teilt mit dem Bug die dunkle Fläche des Meeres in weiße Streifen
Auf der linken Seite umfahren wir Kanarischen Inseln : Lanzarote und Fuerteventura. Wir schwimmen in die
Reede von Gran Canaria mit ihrer Hauptstadt: Las Palmas. Wir tanken hier Treibstoff und Trinkwasser.
In der Umgebung der Kanarischen Inseln notieren wir großen Verkehr von Unterwasserschiffen, die im
Tauchgang schwimmen. Wir schwimmen ab, weil irgendein Unterwasserobjekt uns von unter „beschnuppert“,
schwimmt um das Schiff herum und verschwindet.
Wir tun so, als ob wir nichts wissen und verschwinden genau so schnell aus den Territorialgewässern Spaniens.
Wir schwimmen entlang der Insel : Hierro und genießen zum letzten Mal die phantastischen Formen der Ufer
und die grün-goldenen Schichten verschiedener Bepflanzung, die hier und dort auf der matt-braunen Unterlage
des vulkanischen Granits zu sehen sind.
Abends verabschiedet sich lange Zeit der Leuchtturm auf dem westlichen Zipfel von Hierro von uns.
Nichts Besonderes. Der Leuchtturm hat eine Reichweite von 27 Mm. Sein Leuchten ist für uns das letzte Signal
der „Alten Welt“. Unser Schiff sticht in das weite Ozean
Im Osten erhobt sich der Himmel aus dem blau-grünen in die Rosa. Der Steuermann rief plötzlich aus:
Schiff an Steuerbord voraus ! Es ist früh vier Uhr, als ein Schiff gemeldet wird.
Ich Kamm aus der Kajüte und versuchte mit dem Fernglas am Auge, das Schiff auszumachen.
Es war nicht leicht festzustellen, wer das sein konnte, denn es war entfernt, und noch herrschte Dämmerung.
Ein wunder, dass der Steuermann das Schiff in der eintönigen See so früh ausgemacht hat.
Das war nicht ein Schiff sondern ein gutes Dutzend, die alle auf Nordwestkurs lagen.
Unser Schiff war in einen US-Konvoi geraten. Ein Zerstörer, der heran Kamm und unser Schiff mit dem kalten
Licht seines Scheinwerfers anstrahlte. Bei der heller werdenden Dämmerung hob der Lichtstrahl die US-Marine
Landesfarben, die vorn und Achtem am Rumpf aufgemalt waren, seltsam hervor.
Der Schweiß ran dem Steuermann die Stirn herunter, als ob das Scheinwerferlicht unerträglich heiß sei.
Die Hand auf dem Ruder zitterte. Das Unternehmen, die Freiheit und vielleicht das Leben der Besatzung hing
jetzt davon ab, wie misstrauisch der Amerikaner war. Haben wir irgend etwas vergessen ?
Haben wir irgendeinen Fehler gemacht ?
Der Scheinwerfer, das Examen, den das Schiff unterzogen wurde, dauerte in Wirklichkeit weniger als ein paar
Minuten. Nur die Angst hatte die Zeit so unerträglich lange gedehnt. Der US-Zerstörer war wieder auf Kurs
gegangen und entfernte sich mit wenig Fahrt. Zum Glück ! Wieder war uns der Tod auf den Fersen.
Sagt: Steuermann. Wir alle atmen auf.
Die Tage vergehen. Der Steuermann braucht kaum Steuer zu legen. Unter dem Steuerkurs schwankt immer
dieselbe Zahl der Kompassscheibe. Wir fahren Atlantik quer gleichbleibenden Kurs. Gutes Wetter, See eins bis
zwei. Blaugraue und weite Ozean
Von Tag zu Tag wird es wärmer. Die Hitze nahm immer zu. Am Mittag scheint die Sonne fast senkrecht über
uns. Man mochte kaum noch Kleider anhaben. Die Besatzung bräunt sich, freuen sich über Delphine, Wale und
fliegende Fische. Allmählich gab es auch um Schiff herum mehr zusehen.
Seevögel flogen mit schreien um die Wette und zankten sich um die Brocken, die der Koch über Bord warf.
Ein großer Hai wurde mehrere Male gesichtet. Er schlich im Kielwasser nach vielleicht fiel ein guter Bissen für
ihn ab. Man legt die großen Schildkröten auf den Rücken an Deck. Wir Fängen Fliegende Fische und
beobachten Delphine. Man nimmt Sonnenbäder. Die Männer werden brauner als die alten Piraten. Man liest,
man spielt ein wenig. Ich habe von alten Seeleuten gehört, dass sie Musik lieben und den Kopf verstecken,
wenn sie welche hören.